Bericht über Jahrestagung 2025 der BöfAE e.V.

Die Jahrestagung 2025 der BöfAE e.V. stand unter dem Titel „Zukunft gestalten.

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Kinder- und Jugendhilfe in der Erzieher:innenausbildung- Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten in der kompetenzorientierten Lehrplangestaltung“.

Rund 100 Teilnehmende, die sich vor allem aus Lehrkräften der Fachschulen und Fachakademien aus unterschiedlichen Bundesländern sowie Vertreter*innen aus Wissenschaft und Praxis zusammensetzten, hatten sich am 10. und 11. November 2025 in der Evangelischen Akademie in Frankfurt am Main zusammengefunden, um die Bedeutung dieser Thematik für die Weiterbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum Erzieher zu diskutieren.

Mit der generalistischen Qualifikation zur Erzieher:in ist eine Tätigkeit in ganz unterschiedlichen Arbeitsfeldern möglich. Doch während Kitas und schulischer Ganztag als Arbeitsfelder viel Aufmerksamkeit erhalten, ist die Kinder- und Jugendhilfe in der Weiterbildung noch zu wenig sichtbar. So könnten Handlungsfelder wie die offene Kinder- und Jugendarbeit, die stationäre Erziehungshilfe und die teilstationären Angebote an einigen Fachschulen mehr in den Fokus rücken.

In diesen Arbeitsfeldern begegnen Erzieher:innen jungen Menschen, deren Lebensrealität geprägt ist von Brüchen, Unsicherheiten und der Suche nach Halt – und genau dafür braucht das Feld pädagogische Fachkräfte mit hoher Professionalität, besonderer Haltung und fundierter Vorbereitung. Wir brauchen Erzieher:innen, die Kinder und Jugendliche unter teils herausfordernden Lebensbedingungen begleiten, stärken und fördern. Neben der so wichtigen Arbeit mit jungen Menschen in belasteten Lebenslagen ist die Kinder- und Jugendhilfe auch geprägt durch Anforderungen wie interdisziplinäre Kooperation, Krisenintervention, Kinderschutz und die Fähigkeit, Beziehung und Haltung unter herausfordernden Bedingungen professionell zu gestalten. Daher wurde auf der Jahrestagung aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert, wie die Kinder- und Jugendhilfe als integraler Bestandteil der Weiterbildung und als gleichwertiges Feld pädagogischer Professionalität gestaltet werden muss.

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Die Keynote gestaltete Herr Christian Peuker vom Deutschen Jugendinstitut, der mit aktuellen Erkenntnissen, Zahlen und Diskursen zur Kinder- und Jugendhilfe in die Thematik einführte.

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Im Anschluss folgte die Perspektive aus der Berufspraxis: Heinz Hahn, Betriebsstättenleiter der Vitos Jugendhilfe in Hessen, gab Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen und Chancen der Kinder- und Jugendhilfe und erläuterte, wie Kooperation zwischen Fachschule/Fachakademie und Praxis aus seiner Sicht gelingen kann.

Am späten Nachmittag gab es eine mehrperspektivische Podiumsdiskussion. Vertreter:innen aus Forschung, Praxis und Ausbildung sind miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch gekommen. Im Mittelpunkt standen vielfältige Fragen, wie: Wie kann in der Weiterbildung zur Erzieher:in, noch besser auf das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe vorbereitet werden?

Welche Herausforderungen sehen Erzieher:innen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten? Wie können Fachschulen und Praxiseinrichtungen sich gegenseitig ergänzen? Welche Haltung brauchen Erzieher:innen, um Kinder und Jugendliche in herausfordernden Lebensbedingungen begleiten, stärken und fördern zu können?

Den Abschluss des ersten Tages bildete das Bar-Camp, bei dem die Teilnehmenden zum einen die Themen des Tages (z.B. Erfahrungen in der Kooperation von Fachschule/-akademie und Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen) als auch aktuelle Themen aus den verschiedenen Bundesländern (z.B. Personalisiertes Lernen, der Umgang mit Künstlicher Intelligenz, die Methode der persönlichen Zukunftsplanung) diskutierten und Meinungen, Anregungen und Materialien austauschten.

Der zweite Tag startete mit der Mitgliederversammlung, zu der auch Interessierte eingeladen waren. Die Vorstandsmitglieder der BöfAE e.V. stellten aktuelle Entwicklungen, die Arbeit des Vorstandes in den unterschiedlichen Gremien sowie den Kassenbericht vor. Zudem wurde Michael Baumeister, der Beruflichen Schulen Berta Jourdan in Frankfurt, als ein langjähriges Mitglied im Vorstand nach 19 Jahren Vorstandsarbeit verabschiedet.

Der zweite Teil der Jahrestagung bot Raum für Praxisperspektiven und persönliche Einblicke:

Die Care-Leaverin Valeria Anselm startete mit einer Lesung aus ihrem Buch „Das ist (nicht) mein Zuhause“, hier schreibt sie über ihre Erfahrungen in der Jugendhilfe. Ganz persönlich gab sie Einblicke in ihre Kindheit und Jugend und wie sie die Zeit in der Wohngruppe erlebt hat. Im anschließenden Gespräch berichtete sie, welchen Herausforderungen sie begegnete und wie sie professionelle Nähe in der Kinder- und Jugendhilfe beschreiben würde.

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Zudem wurde der Dokumentarfilm „Im Prinzip Familie“ über Erzieher:innen in einer Wohngruppe von Lisa Nawrocki (Impact Producerin BRANDENFILM Berlin) vorgestellt. Es wurden einzelne Filmsequenzen gezeigt und mit den Teilnehmenden der Tagung wurde –auch sehr kritisch– über die Einsatzmöglichkeit des Films sowie einzelner Sequenzen in der Weiterbildung zur Erzieher:in diskutiert.

Somit endete die Jahrestagung nach zwei intensiven Tagen des Inputs und Austausches.

Wir freuen uns auf die nächste Jahrestagung!


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BöfAE e.V. Jahrestagung 2026
Mo. 09.11.26 & Di. 10.11.26
in der Evangelischen Akademie in Frankfurt